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Gábor Hontvári

dirigent

Dietmar Ebert schreibt über das "Exzellenzkonzert" am 15. November 2017 im Jenaer Volkshaus.

REIF FÜR DIE INSEL

Die Bayerische Kammerphilharmonie beschreitet bei ihrem Konzert an diesem Samstag ungewohnte Pfade

Schräg fällt an diesem eiskalten Spätvormittag die Sonne in den Kleinen Goldenen Saal, legt Lichtschneisen über die Wände und lässt das Rankendekor, das dem Raum seinen Namen gibt, in schönstem Edelmetallglanz leuchten. Ein Maler des 18. Jahrhunderts hätte dieses Rokoko-Juwel nicht idyllischer ins Bild setzen können. Und der pittoreske Eindruck wird vollends perfekt, wenn man vernimmt, was eben hier und jetzt erklingt: Joseph Haydns „L’isola disabitata“ aus dem Jahr 1779. Zum Raum wird hier Musik und umgekehrt.

Drei Jahre hat der Ungar Gábor Hontvári an der Musikakademie in Budapest studiert. Nach dem Bachelorabschluss ist er nach Weimar gewechselt und studiert dort das Fach Dirigieren - ein einschneidendes Erlebnis. Viele künstlerischen Impulse konnte er inzwischen sammeln, die ihn verändert haben. Doch ist für Hontvári wichtig, nicht zu vergessen, woher er kommt.